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Spielmann, Rudolf - Nimzowitsch, Aron [B12]
San Sebastian (1) 19-Feb-1912


1. e4 c6 2. d4 d5 3. f3
   Neuerdings hält man 3. e5 für den stärksten Zug.
e6 4. Bd3 c5
   Auf 4... dxe4 hätte Weiss 5. fxe4 erwidert und den d-Bauern im Interesse der Entwicklung geopfert.
5. c3 Nc6 6. Ne2 Qb6 7. Bc2 Nf6 8. O-O
   Eine solidere Fortsetzung wäre 8. e5 Spielmann, der wohl moch unter dem Einfluss des Gambitturniers in Abbazia stand, geht aber lieber auf Abenteür aus.
cxd4 9. cxd4 e5 10. Nbc3! exd4 11. Na4 Qc7 12. e5!
   Eine treffliche Fortsetzung.
Nd7
   Besser scheint 12... Ng8 zu sein. Den Bauern darf Schwarz nicht nehmen, denn auf 12... Nxe5 kommt Weiss mit 13. Qxd4 in Vorteil, und 12... Qxe5 scheitert an 13. Re1
13. Bf4 Nc5
   Die Stellung ist für Schwarz sehr schwierig.
14. e6! Qa5 15. exf7+ Kxf7 16. Nxc5 Bxc5 17. Kh1 Be6 18. a3 Qb6 19. b4 Be7 20. Qb1
   Sehr chancenreich ist hier auch 20. b5 und falls 20... Qxb5 so 21. Rb1
Kg8 21. b5 Na5 22. Be5! Nc4 23. Bxd4 Qc7 24. Bf5 Bf7 25. Qd3 Re8 26. Rfe1 Bf8 27. Nc3 Rxe1+ 28. Rxe1 Nxa3 29. Bxg7?
   Weiss lässt sich zu einem inkorrekten, wenn auch chancenreich aussehenden Opfer hinreissen. Mit 29. Be6 hätte er das überlegene Spiel behauptet.
Bxg7!
   Auf 29... Kxg7 gewinnt Weiss durch 30. Qd4+ nebst Sxd5.
30. Nxd5 Qa5
   Nicht 30... Bxd5 ? wegen 31. Qxd5+ nebst Ld7.
31. Ne7+
    Man beachte hier die schöne Variante 31. Re8+ 31... Bxe8 32. Be6+ Bf7 33. Bxf7+ 33... Kf8 ! und Schwarz gewinnt. Auf 33... Kxf7 ? dagegen folgt 34. Qf5+ und Matt in einigen Zügen.
Kf8 32. Rc1 Nc4!
    Schwarz verteidigt sich sehr gut.
33. Nd5 Nd6 34. Nc7 Be5! 35. f4 Bc4 36. Qe3 Bf6 37. Ne6+
   Das Qualitätsopfer auf c4 wäre verfehlt.
Kf7 38. Bg4 h5! 39. Ng5+ Kg7!
   Nicht gut wäre 39... Bxg5 wegen des späteren Df4+.
40. Bd7 Qd8 41. Ne6+ Bxe6 42. Bxe6 h4! 43. Rd1 Qe7 44. Qh3 Rh6 45. f5 Rh5?
   Ein verhängnisvoller Fehler. Mit 45... Be5 hätte Schwarz ein gewonnenes Spiel gehabt.
46. Qg4+ Rg5 47. Qf4!
   Weiss gewinnt jetzt mindestens die Figur zurück.
Nf7?
    Der beste, allerdings nicht naheliegende Zug, mit dem die Partie für Schwarz noch zu halten ist,wäre 47... a5 z.B. 48. Rxd6 Rxf5 49. Qg4+ Rg5 50. Qd1 50... Kh8 mit der Drohung Te5.
48. Rd7 Qxd7 49. Bxd7 Ne5 50. Qe4! Rg4 51. Qxb7 Ra4 52. Kg1 Ra1+ 53. Kf2 Ra2+ 54. Ke3 Kh6 55. Bc6
   Weiss steht zwar auf Gewinn, hat aber noch praktische Schwierigkeiten zu überwinden, was er in tadelloser Weise tut.
Kg5 56. Qh7 Ra4 57. h3 Nc4+ 58. Ke2 Kf4 59. Qh6+ Ke5 60. Qc1! Ra2+ 61. Kf3 Ra3+ 62. Kg4 Kd4 63. Kh5 Kc5 64. Qh6 Be7 65. f6 Bd6 66. f7
   Aufgegeben. Eine nicht ganz fehlerlose, aber von Anfanf bis zum Ende spannende Partie. Source: Tournament book p.2.
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Nimzowitsch, Aron - Marshall, Frank [C49]
San Sebastian (3) 22-Feb-1912


1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Nc3 Nf6 4. Bb5 Bb4 5. O-O O-O 6. Bxc6
   Von Niemzowitsch schon im ersten Turnier zu San Sebastian gespielt. Unseren Beifall har diese Spielweise nicht.
dxc6! 7. d3 Bg4 8. h3 Bh5 9. Kh1 Qd6
   Marshall w ill g2-g4 provozieren, aber vorher hätte Lxc3 geschehen müssen. Vergl. den 14.Zug von Weiss.
10. g4 Nxg4
   Auf 10... Bg6 spielt Weiss vorteilhaft 11. Nh4
11. hxg4 Bxg4 12. Rg1 Qg6 13. Rxg4!
   Das Beste. Auf 13. Rg3 würde 13... f5 ! folgen.
Qxg4 14. Nh2 Qxd1+
    Nach dem Damentausch hat Weiss ein günstiges Endspiel. Wahrscheinlich ist 14... Qh4 15. Qf3 Rae8 16. Be3 f5 17. exf5 Bxc3 18. bxc3 18... e4 ! die stärkste Fortsetzung.
15. Nxd1 f5 16. exf5 Rxf5 17. Be3 Raf8
   Besser 17... Re8
18. Nf1! Rh5+ 19. Kg2 Rh4
   Kein gutes Turmmanöver.
20. Ng3 h5?
   Hierdurch wird der Turm eingesperrt.
21. f3! Be7
   Es drohte Lg5.
22. Ne4
   Ein günstig postierter Springer.
Kh7 23. Ndf2 g5
   Ein vergeblicher Versuch, den Turm zu befreien.
24. Kg3 Kg6
   24... g4 scheitert an 25. Bg5 !
25. b4 Rhf4
   Der Qualitätsverlust ist ja doch nicht zu vermeiden, aber das schwarze Spiel ist trotzdem noch nicht chancenlos. Jedenfalls muss Weiss noch sehr gut spielen.
26. Bxf4 exf4+ 27. Kg2 Bxb4?
   In Betracht kam statt dessen 27... Kf5 28. Rh1 28... Rh8 nebst Le7-f8-g7.
28. Rb1 Ba5
   Etwas besser ist 28... a5
29. Rxb7
    Entscheidend.
Bb6 30. c4 c5
   Nach 30... Rf5 kann sich Weiss mit 31. c5 Bxc5 32. Nxc5 Rxc5 33. Rxa7 einen Freibauern verschaffen.
31. d4! Rf5 32. Nd3 cxd4 33. c5 g4 34. cxb6 cxb6 35. Rxa7 Ra5 36. Nxf4+ Kf5 37. Rxa5+ bxa5 38. Nxh5 gxf3+ 39. Kxf3 Ke5 40. Nd2 Kd5 41. Nf4+ Kc5 42. Nd3+ Kb5 43. Ke4 Ka4 44. Nc4 Kb5 45. Kxd4 a4 46. Na3+ Ka5 47. Kc5 Ka6 48. Kb4
   Marshall gab hier noch nicht auf, sondern setzte den aussichtslosen Kampf bis zum 57.Zuge fort. Source: Tournament book p. 11.
1-0











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Schlechter, Carl - Nimzowitsch, Aron [B29]
San Sebastian (4) 23-Feb-1912 


1. e4 c5 2. Nf3 Nf6
   Nicht gut, da der Springer gleich vertrieben wird, aber Herr Niemzowitsch geht in den Eröffnungen seine eigene Wege, die jedoch dem Publikum nicht zu empfehlen sind.
3. e5 Nd5 4. d4
    Warum sollte denn hier nicht 4. c4 geschehen, der schwarze Springer kommet dann sicher auf schlechte Felder?
cxd4 5. Qxd4
   Hier und selbst noch im folgenden Zuge war c2-c4 ebenfalls sehr stark. So bleibt der Springer in starker Zentrumsstellung.
e6 6. Bc4
   Hier steht der Läufer nicht gut.
Nc6 7. Qe4 d6
    Wiederlegt den Läuferzug.
8. exd6
   Schlechter muss an diesem Tage sehr schlecht disponiert gewesen sein, die Eröffnung behandelt er ohne jede Finesse und gestattet dem Gegner so, die Spiele auszugleichen. Statt des Textzuges, der doch nur den Schwarzen entwickelt, war Lg5 gut.
   Nach 8. Bxd5 8... exd5 9. Qxd5 9... dxe5 stände Schwarz wegen seines Mittelbauern und der beiden Läufer gut.
Nf6!
   Natürlich notwendig!
9. Qh4 Bxd6
    Die Spiele stehen jetzt gleich.
10. Nc3 Ne5 11. Nxe5 Bxe5 12. O-O O-O 13. Bd3
   Stärker war zunächst 13. Rd1 um den folgenden Abtauschzug zu verhindern.
Qd4
   Führt zur Auflösung der Spiele.
14. Qxd4
    In Betracht kam es, mit 14. Qh3 den Damentausch zu vermeiden, aber Schwarz hätte ihn mit 14... Qg4 doch erzwungen, die Fortsetzung 15. Bxh7+ Kh8 16. Bf5+ Qxh3 17. Bxh3 wäre wegen 17... Bxc3 18. bxc3 18... Ne4 usw. für Weiss nicht günstig gewesen.
Bxd4
   Wiederum steht das Spiel gleich, nachdem der Angriffsversuch des Weissen gescheitert ist. Die folgenden nervösen Attacken kompromittieren sein Spiel. Er sollte sich mit Td1 und Lg5 weiter entwickeln.
15. Nb5 Bc5 16. Bf4 Bd7 17. Rad1 a6 18. Bd6
   Führt nach interessantem Geplänkel zum Verlust eines Bauern. Es gab jetzt nichts besseres, als mit 18. Nc3 zum Rückzuge zu blasen. Aber wer gesteht dem Gegner gern einen begangenen Irrtum ein!
Rfc8 19. Bxc5 Bxb5 20. Bd4 Bxd3 21. Rxd3 Rxc2
   Wenn es eine Gerechtigkeit gibt - und es gibt eine solche, wenigstens auf den 64 Feldern - so sollte Weiss jetzt die Partie verlieren.
22. Rb3 b5 23. Bxf6
    Durchaus notwendig. Im Turmendspiel har Weiss Chancen auf Remis.
gxf6 24. Rd1 Rac8 25. Kf1 f5
   Ein einziges Nachlassen in der Verfolgung, und dem schon halb geschlagenen Feinde winkt die Rettung. Der Bauernzug - mit nichts kann man eine Stellung so gründlich verderben, wie mit Bauernzügen, weil man sie nicht zurücknehmen kann - der Bauernzug vernichtet die beste Gewinnchance des Schwarzen, die darin bestand, den Damenturm auf die fast ganz frie fünfte Reihe zu bringen und auf ihr die weissen KönigsBauern anzugreifen.
   25... R8c5 nebst Tf5 eventüll g5,h5 war das richtige Dessin, wogegen nicht viel zu machen war. Zum mindestens ergaben sich für Schwarz neü Stellungsvorteile.
26. Ke1 R8c4
   Droht Te4+ nebst Te4-e2, aber jetzt kommt das Turmmanöver erstens zu spät, da Weiss es leicht parieren kann, und zweitens wirkt der Turm auf der vierten Reihe nicht so gut wie auf der fünften, da Weiss sich im Notfalle mit g2-g3 sichern könnte.
27. Rd2 Rc1+ 28. Ke2 Ra4 29. a3 Rg1
   Das führt zur Einsperrung des Turmes a4.
30. Rg3+ Kf8
   Den Turm dazwischen wäre gefährlich, denn Weiss würde dann später mit Td6 den Damenflügel erfolgreich angreifen.
31. b4!
    Nun hat Schwarz nur noch sehr geringe Aussichten, sein übergewicht geltend zu machen.
Ra1 32. Rdd3 Ra2+ 33. Ke1 f4 34. Rh3 Kg7 35. Rb3 Kg6 36. Rhc3 f5 37. g3 fxg3 38. hxg3 e5 39. Kf1 Kg5 40. Kg2 h5 41. Rd3 e4 42. Re3 Rc2 43. Kf1 a5
   Auf andere Weise ist der eingesperrte Turm nicht zu befreien, aber mit der Auflösung des Damenflügels verringern sich die Gewinnchancen noch mehr.
44. bxa5 Rxa5 45. Rb4 Ra2 46. Reb3 Rc2 47. Kg1 Ra2 48. Kf1 Rc2 49. Kg1 Rd2 50. Kf1 Ra2 51. Kg1 h4 52. gxh4+ Kxh4 53. Rxb5 Rxb5 54. Rxb5 Kg4 55. Re5
    Weiss will f5-f4-f3 nicht zulassen, was auf 55. Rb3 geschehen könnte.
Kf4 56. Ra5 Kg4 57. Re5 Rxa3 58. Kg2 Ra8 59. Kf1 Ra1+
   Das Endspiel ist sehr langweilig und offenbar nur auf Totsitzen des Gegners berechnet. Es könnte längst remis gegeben werden.
60. Kg2 Rb1 61. Re8 Kf4 62. Ra8 Rc1 63. Rb8 Ra1 64. Rc8 Rd1 65. Ra8 Rd2 66. Re8
    Aufgepasst! e4-e3 muss natürlich verhindert werden.
Ra2 67. Re7 Re2 68. Ra7 Rd2
   68... e3 ist unwirksam wegen 69. Ra4+ nebst Kf3.
69. Re7
    Schlechter hat viel Geduld, vermutlich viel mehr als der Nachspielende.
Rd8 70. Ra7 Ke5 71. Kf1 f4 72. Re7+ Kd4 73. Ke2 Ra8 74. Rd7+ Ke5 75. Re7+ Kd5 76. f3
   Anscheinend gewagt, aber gut berechnet.
e3 77. Re4 Rf8 78. Ke1 Rf5 79. Ke2
   Remis. Anmerkungen von Dr. Tarrasch. Source: Tournament book p. 18
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Nimzowitsch, Aron - Perlis, Julius [C48]
San Sebastian (5) 24-Feb-1912 


1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Nc3 Nf6 4. Bb5 Nd4
   Dieser Zug, der schon im Ostende Turnier 1906 einigemal versucht wurde, scheint spielbar zu sein; wenigstens ist eine klare Wiederlegung noch nicht bekannt.
5. Ba4
   Auf 5. Nxe5 könnte unter anderm 5... Qe7 kommen.
Nxf3+
    Hier kann man auch mit 5... Bc5 unter Bauernopfer auf Angriff spielen.
6. Qxf3 Be7
   Wenn Schwarz den Bauern nicht opfern will, so muss er 6... c6 nebst d6 spielen, behält dann aber ein gedrücktes Spiel da Dg3 den Bauern g7 angreift.
7. Qg3 O-O 8. Qxe5 Re8 9. Qf4
    Das scheint in der Tat die einzige Fortsetzung für Weiss zu sein.
Bb4 10. f3
   Auf 10. e5 würde Schwarz mit 10... Qe7 den Bauern zurückgewinnen mit annähernd gleichem Spiel.
b5
    Mit diesem zweiten Bauernopfer leitet Schwarz einen geistvollen Angriff ein.
11. Bxb5 c6 12. Ba4
   Auf 12. Be2 folgt 12... d5 mit der Drohung Sh5.
Qa5 13. Bb3 Ba6 14. Nd1?
   Ein Fehlzug, der die Partie sofort verliert. Weiss befindet sich allerdings in ziemlich schwieriger Lage. Die beste Verteidigung bot noch 14. a3 um auf 14... d5 mit 15. axb4 Qxa1 16. d3 fortzusetzen, womit Weiss zwei Bauern für die Qualität mit ungefähr gleichem Spiel erhielte.Statt 14. a3 d5 kam jedoch für Schwarz auch 14... Bxc3 in Betracht mit der Absicht 15. dxc3 mit 15... c5 nebst eventüll c4 zu beantworten, womit Schwarz gute Angriffschancen behielt.
d5 15. Nf2 dxe4 16. fxe4
   Auf 16. Nxe4 würde Schwarz mit 16... Nd5 nebst späterem f5 eine Figur gewinnen.
Bc5
   Entscheidend.
17. c3 Bxf2+ 18. Qxf2 Rxe4+ 19. Kd1 Bd3 20. Qf3
   Es drohte natürlich Dh5+.
Be2+ 21. Qxe2 Rxe2 22. Kxe2 Qh5+ 23. Kf2 Qf5+ 24. Ke2 Re8+ 25. Kd1 Ne4
    Weiss gibt auf. Eine von Dr.Perlis in bestem Angriffsstil durchgeführte Partie. Source: Tournament book p.22
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Forgacz, Leo - Nimzowitsch, Aron [C49]
San Sebastian (6) 26-Feb-1912 


1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Nc3 Bb4 4. Bb5
   Besser 4. Nd5
Nge7 5. O-O O-O 6. Nd5 Nxd5 7. exd5 e4 8. dxc6 dxc6 9. Be2 exf3 10. Bxf3 Bd6 11. d4 Be6 12. Be3 f5 13. Re1 Kh8 14. Bf4 Bxf4 15. Rxe6 Qd7 16. Re2 Rad8 17. c3 g5 18. g3 Bd6 19. Qb3 g4 20. Bg2 f4 21. Re4 Rde8 22. Rae1 Rxe4 23. Bxe4 Qe7 24. Qd1 Qf6! 25. Qd2 h5 26. Bc2 fxg3 27. fxg3 c5 28. Qe3 cxd4 29. cxd4 Rf7 30. Rd1 Kg7 31. Bd3 Qe7 32. Qxe7 Bxe7 33. Be4 b6 34. Kg2 Bf6 35. Bc6 Re7 36. Rd2 Re6 37. d5 Re1 38. Bb5 Ra1 39. Bc4 Rb1 40. h3 gxh3+ 41. Kxh3 Be5 42. Kg2 Kf6 43. Be2 Kg5 44. b3 Rc1 45. Bf1? a5?
   Schwarz übersieht hier, dass er durch 45... Bxg3 einen Bauern gewinnen konnte.
46. Be2 Rc3 47. Bf3 h4 48. gxh4+ Kxh4 49. Re2 Bd6 50. Re4+ Kg5 51. Rc4 Rd3 52. Rc2 Kf4 53. Rc4+ Ke3 54. Rc2 Rd4 55. Re2+ Kd3 56. Kf2 Bc5 57. Ke1 Rf4 58. Bg2 Bb4+ 59. Kd1 Rd4 60. Bf3 Kc3+ 61. Ke1 Rf4 62. Bg2 Rg4 63. Kd1 Rd4+ 64. Ke1 Bd6 65. Be4 Kb4 66. Bf3 Ka3 67. Rc2 Rf4 68. Ke2 Rf7 69. Be4 Be5 70. Kd3 Bb2 71. Rc6 Kxa2 72. b4
    Zum Schluss eine kleine Finesse:
Ka3
   falls 72... axb4 so 73. d6 und gewinnt.
73. bxa5 bxa5 74. d6 cxd6 75. Rxd6 Rf1 76. Ra6 Ka4 77. Bc6+ Kb4 78. Rb6+ Kc5 79. Rxb2 Kxc6 80. Kc4 Ra1 81. Rh2 a4 82. Rh6+
    Remis.Source: Tournament book p. 29.
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Nimzowitsch, Aron - Tarrasch, Siegbert [C02]
San Sebastian (7) 27-Feb-1912 


1. e4 c5 2. c3 e6 3. d4 d5 4. e5
   Nun ist die Stellung der französischen Partie erreicht, in der e4-e5 als ein verfrühter Vorstoss namentlich von Dr. Tarrasch getadelt wird. Niemzowitsch dagegen hält den Zug für sehr stark; es gelingt seinem Gegner nicht, diese Ansicht zu wiederlegen.
Nc6 5. Nf3 Qb6
   Nach Dr.Em.Lasker ist sogleich 5... f6 besser.
6. Bd3 cxd4
    Niemzowitsch empfiehlt 6... Bd7 Der Textzug verschafft dem Weissen ein starkes Zentrum.
7. cxd4 Bd7 8. Be2 Nge7 9. b3 Nf5 10. Bb2 Bb4+ 11. Kf1 Be7
    Der Läufer stand auf b4 günstig. Richtiger war 11... h5 um den Springer f5 zu festigen. Auch 11... f6 nebst 0-0 wäre angängig gewesen (Dr.Em.Lasker.)
12. g3 a5
    Immer noch war 0-0 und f7-f6 das Richtige.
13. a4 Rc8 14. Bb5 Nb4 15. Nc3 Na6 16. Kg2 Nc7 17. Be2 Bb4 18. Na2 Na6 19. Bd3 Ne7 20. Rc1 Nc6 21. Nxb4 Naxb4 22. Bb1
   Die beiden Läufer sind nun gut postiert. Schwarz darf zunächst nicht rochieren, da Sg5 mit starkem Angriff droht.
h6 23. g4 Ne7
   Schwarz hätte sich noch immer verteidigen können, wenn er nur entschlossen einen Plan gefasst hätte. Er sollte 23... Ke7 ziehen, damit die Türme vereinigt sind, und sodann mit h7-h5 Weiss vor die Alternative stellen, entweder g4-g5, g7-g6 zuzulassen, wonach alles blockiert wäre, oder die h-Linie zu öffnen. (Dr.Em. Lasker)
24. Rxc8+ Bxc8 25. Ne1 Rf8
   Die Rochade 25... O-O ist wegen 26. h4 noch immer nicht empfehlenswert.
26. Nd3 f6 27. Nxb4 Qxb4 28. exf6 Rxf6 29. Bc1! Nc6 30. g5 hxg5 31. Bxg5 Rf8 32. Be3 Qe7 33. Qg4!
    Verhindert e6-e5 und bereitet den Angriff gegen g7 vor.
Qf6 34. Rg1! Rh8 35. Kh1 Rh4
   Auf 35... Kf8 könnte folgen: 36. Rg3 Rh4 37. Qd1 und die beiden Drohungen Lg5 bezw. Tf3 sind nicht zu parieren.
36. Qg3! Rxd4 37. Bxd4 Nxd4 38. Qxg7 Qf3+ 39. Qg2 Qxg2+ 40. Rxg2 Nxb3 41. h4
    Aufgegeben. Source: Tournament book p. 31
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Duras, Oldrich - Nimzowitsch, Aron [B12]
San Sebastian (8) 29-Feb-1912 


1. e4 c6 2. d4 d5 3. e5 Bf5 4. Bd3 Bxd3 5. Qxd3 e6 6. Ne2
    (Vgl. Tarrasch-Niemzowitsch,18.Runde)
Qb6 7. O-O Qa6
   Nach Dr.Tarras ch ist c6-c5 allein geeignet, die Spiele auszugleichen. Niemzowitsch ist jedoch der Ansicht, dass das von ihm stammende Damenmanöver den Zug e4-e5 im Caro-Kann widerlegt. Jedenfalls berührt es unangenehm, dass der jugendliche Meister stets und gern bereit ist, seine oft abweichenden Anschauungen im ernsten Kampf zu vertreten, und gerade darin liegt seine Stärke, dass er nicht auf ausgetretenen Pfaden wandelt, sondern seine eigenen Wege geht.
8. Nf4 Qxd3 9. Nxd3 Ne7 10. b4 Nf5 11. Bb2 h5 12. Nd2 Nd7 13. a4 Be7 14. c4 dxc4 15. Nxc4 Nb6 16. Nxb6 axb6 17. a5 Bd8 18. axb6 Rb8 19. Nc5 Bxb6 20. Rfd1 Bxc5 21. bxc5
   Besser wäre 21. dxc5
O-O 22. Rab1?
   22. Ra4 musste geschehen.
b6 23. cxb6 Rxb6 24. Bc3 Rxb1 25. Rxb1 Rd8 26. g3 Nxd4 27. Bxd4 Rxd4 28. Rc1 Rd5 29. Rxc6 Rxe5
   Besser 29... g5 !
30. h4 Kh7 31. Rc7 Kg6 32. Ra7 Kf6 33. Rb7 Ra5 34. Kg2 Ra8 35. Kf3 Re8 36. Rb5 Kg6 37. Rg5+ Kh6 38. Ra5 Re7 39. Rb5 Ra7 40. Rc5 Ra3+ 41. Ke2 Ra7 42. Kf3 Rb7 43. Ra5 Rb3+ 44. Ke2 Rb7 45. Kf3 Rc7 46. Rb5 Rc3+ 47. Ke2 Rc7 48. Kf3 Rd7 49. Ke3 Rd1 50. Ra5 Kg6 51. Rg5+ Kh6 52. Ra5 Rb1 53. Rc5 Ra1 54. Rb5 Ra4 55. Rc5 Ra8 56. Rb5 Rh8 57. Rg5?
   Ohne diesen Fehler wäre die Partie remis geblieben.
f5! 58. Kf4 Ra8 59. Ke5 Ra6 60. Kf4 Ra4+ 61. Ke5
   Auf 61. Ke3 könnte z.B. die Folge sein: 61... g6 62. f3 62... Ra2 ! 63. Kd4 Kg7 64. Ke5 Kf7 65. Kd4 Kf6 66. Ke3 e5 67. Kd3 Rg2 68. Ke3 68... Rxg3 und gewinnt.
Re4+ 62. Kd6 g6 63. f3 Re3 64. g4 fxg4 65. fxg4 Rg3 66. gxh5 Rxg5 67. hxg5+ Kxh5
   Aufgegeben. Source: Tournament book p. 37
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Nimzowitsch, Aron - Teichmann, Richard [C49]
San Sebastian (9) 1-Mar-1912 


1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Nc3 Nf6 4. Bb5 Bb4 5. O-O O-O 6. Bxc6 bxc6 7. Nxe5 Re8 8. f4 Bxc3 9. bxc3 Nxe4 10. Qf3 Nd6 11. d3 f6 12. Ng4 Nf7 13. f5 d5 14. Ba3 Ne5
   Besser 14... Nd6 denn nach 14... Ne5 15. Nxe5 Rxe5 16. g4 hätte Weiss noch auf Angriff spielen können. Als Remis abgebrochen! Source: Tournament book p. 45
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Leonhardt, Paul - Nimzowitsch, Aron [C41]
San Sebastian (10) 2-Mar-1912 


1. e4 e5 2. Nf3 d6 3. d4 Nf6 4. Nc3
   Falls 4. dxe5 so 4... Nxe4 und auf 4. Bc4 am besten 4... c6 um da Läuferopfer auf f7 zu verhindern.
exd4 5. Nxd4
   In Betracht kommt 5. Qxd4 5... Nc6 6. Bb5 Bd7 7. Bxc6 Bxc6 8. Bg5 nebst 0-0-0.
Be7 6. Be2 O-O 7. O-O Nc6 8. Nxc6 bxc6 9. b3 d5? 10. e5 Ne8 11. f4 f5 12. Be3 g6 13. Na4! Ng7 14. Qd2 Qd7 15. Qa5 Ne6 16. Rad1 Rd8 17. Nc5!
   Besser wäre die Fortsetzung g2-g4 nebst Kh1.
Bxc5 18. Bxc5 Bb7 19. Rf3
   Einfacher war 19. Rd3 aber das Turmmanöver hat überhaupt wenig Zweck.
Kf7 20. Rh3 Kg7 21. Rf1 Re8 22. Rhf3
   Weiss sollte hier, wie die "Deutsche Schachztg." empfiehlt, den Angriff wie folgt fortsetzen: 22. g4 22... Nxc5 23. Qxc5 fxg4 24. Rg3 h5 25. h3 ! usw.
Rad8 23. Rd1
   Auf 23. Qxa7 ? 23... Ra8 24. Qxb7 24... Reb8 geht die Dame verloren.
a6 24. b4 Kh8 25. Qa3 Rg8
    Weiss hat nichts ausrichten können. Schwarz versucht nun, auf demKönigsflüge l durchzubrechen.
26. Qc3 Rg7 27. Kh1 Rdg8 28. Be3? c5!
   Schwarz ben utzt sofort die Gelegenheit, dem bisher untätigen Läufer die Diagonale zu öffnen und mit kräftigen Zügen eine rasche Entscheidung herbeizuführen.
29. Rg3
   Schlechter hält für die beste Verteidigung: 29. bxc5 29... d4 30. Rxd4 30... Nxd4 31. Bxd4 Bxf3 32. Bxf3 un Weiss hat zwei gute Läufer und zwei starke Bauern gegen zwei Türme.
d4 30. Qa3 g5! 31. Bc4 gxf4! 32. Bxe6 Bxg2+! 33. Kg1
   Falls 33. Rxg2 so 33... Qc6 Falls aber 33. Kxg2 so 33... Qc6+ 34. Kf1 fxg3 35. Bxg8 35... Qf3+ usw.
Qxe6 34. Bxf4 Bb7 35. bxc5 Qd5 36. c6 Bxc6 37. Kf2 Rxg3 38. Bxg3 Qg2+ 39. Ke1 Bf3 40. Qxa6 Qg1+
    nebst Matt in spätestens zwei Zügen. Source: Tournament book p. 47.
0-1











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Nimzowitsch, Aron - Rubinstein, Akiba [C48]
San Sebastian (11) 4-Mar-1912 


1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Nc3 Nf6 4. Bb5 Bc5 5. O-O
   Besser als 5. Nxe5 usw.
O-O 6. Bxc6
   Auf 6. Nxe5 beabsichtigte Schwarz wohl 6... Nd4 worauf für Weiss kein Vorteil herauszukommen scheint.
dxc6 7. d3 Bg4 8. h3 Bh5
   Dieser Plan, den Läufer nach g6 zu bringen, wo er entweder unwirksam ist oder gezwungen wird, einen Springer auf f5 zu schlagen, ist nicht empfehlenswert.
9. Bg5 h6 10. Bxf6 Qxf6 11. g4 Bg6 12. Kg2 Rad8 13. Qc1 Qe6
   Um den Gegner zu Sh4 zu veranlassen, da Schwarz eine geeignete Erwiderung im Sinne hat.
14. Nh4 Be7 15. Nf5 Bg5 16. Qd1 c5 17. b3 Rd7 18. a4 c6
   Statt dieses Zuges, der einem der beiden feindlichen Springer gestattet, sich vorteilhaft auf c4 festzusetzen, hätte 18... a5 einen grossen Teil der nachfolgenden Schwierigkeiten vermieden.
19. a5!
    Nach dem geplanten Df3 kann Weiss auf Ld2 nunmehr Sa4 antworten.
Bd8 20. Qf3 Bh7 21. Kh1
   Besser 21. Qe3
g6 22. Na4
    Eine nicht völlig korrekte Kombination.
gxf5 23. Nxc5 fxe4
    Diesen Zug hatte Niemzowitsch vermutlich bei dem Opferangebot übersehen.
24. dxe4 Qe7 25. Nxd7 Qxd7 26. Rfd1 Qe7 27. Qe3 Qh4 28. Rd7 Bg5 29. Qf3 Bf4 30. Kg2 Rb8 31. Rad1 a6 32. Qd3 Kg7 33. Kf1 Bg6 34. Ke2 Bg5 35. Qc3 Bf6 36. Qe3 Kg8 37. Kd3
   Die merkwürdige Wanderung bezweckt, dass für den Fall des Endspiels der weisse König auf dem Damenflügel eingreifen kann.
Bg5 38. Qg3 Bf6 39. Qxh4 Bxh4 40. f3 Kf8 41. Kc4 Ke8 42. b4
   Sehr naheliegend war hier 42. Kc5 mit Gewinnchancen. Die schwarze Läufer können keine rechte Wirksamkeit entfalten. Wir empfehlen diese Stellung dem Studium des Lesers.
Be7 43. Rc7 Bd8 44. Rcd7 Be7 45. Rc7 Bd8
    Remis durch Wiederholung der Züge. Source: Tournament book p. 51.
1/2-1/2











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Nimzowitsch, Aron - Spielmann, Rudolf [C02]
San Sebastian (12) 5-Mar-1912 


1. e4 e6 2. d4 d5 3. e5
   Vgl. Niemzowitsch-Tarrasch, 7.Runde.
c5 4. Nf3
   Gegen Dr.Tarrasch spielte Niemzowitsch an dieser stelle 4. c3
Nc6 5. dxc5 Bxc5 6. Bd3 Nge7 7. Bf4 Qb6 8. O-O Qxb2
   Das Bauernopfer hätte Schwarz nicht annehmen sollen, da Weiss besser entwickeltes Spiel erhält.
9. Nbd2 Qb6 10. Nb3 Ng6
   Auf 10... O-O folgt natürlich 11. Bxh7+
11. Bg3 Be7 12. h4! Qb4
   Auf h4-h5 soll Sf4 geschehen.
13. a4! a6
   Falls 13... Nxh4 ? so 14. Nxh4 Bxh4 15. c3 ! 15... Qe7 16. Qh5 und Weiss gewinnt.
14. h5 Nh4
   Jetzt würde nach 14... Nf4 15. c3 eine Figur verloren gehen, da der schwarzen Dame das Feld a4 nicht mehr zugänglich ist.
15. Nxh4 Bxh4 16. c3 Qe7 17. Bh2 f5 18. exf6 gxf6 19. Nd4! e5 20. Bf5! Nxd4 21. Bxc8 Rxc8
    Hier konnte Schwarz, wie die "Dtsch.Schachztg." ausführt, durch 21... Ne6 die Spiele ausgleichen: 22. Bxb7 Qxb7 23. Qg4 Qd7 24. Qxh4 O-O
22. cxd4 O-O 23. dxe5 fxe5 24. Qxd5+ Qf7 25. Qxf7+ Rxf7 26. Bxe5 Rf5 27. f4 Rxh5
    Das nun folgende, recht schwierige Endspiel wird von Niemzowitsch sehr fein behandelt.
28. Rab1 Be7 29. Kf2
   Es drohte Lc5+.
b6 30. Kf3 Rh6 31. Rfd1 Rc4 32. Rd7 Kf7 33. a5! b5
   Nach 33... bxa5 könnte etwa folgen: 34. Rbb7 Re6 35. Bd4 Ke8 36. f5 Re1 37. Be3 usw. Niemzowitsch selbst hatte die Absicht, mit Tb1-e1-e3 nebst g2-g4 und f4-f5 den Angriff fortzusetzen.
34. Re1 Rcc6 35. Bd4 Rhe6 36. Rh1 h6 37. Rb7 Red6 38. Be5 Re6 39. Ke4 Rc4+ 40. Kf5 Rc5 41. Rd1 b4 42. Rd8! Rxa5
    Gegen die Drohung Th8 nebst Tbb8 ist es schwer etwas zu "erfinden".
43. Rf8+! Kxf8 44. Kxe6
   Aufgegeben. Source: Tournament book p. 56.
1-0











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Marshall, Frank - Nimzowitsch, Aron [D10]
San Sebastian (14) 8-Mar-1912 


1. d4 d5 2. c4 c6 3. cxd5
   Damit erreicht Weiss nichts. Vorzuziehen ist 3. Nc3 3... Nf6 4. Nf3 Nbd7 (4... Bf5) oder (4... Bg4 5. Qb3) 5. cxd5 cxd5 6. Bf4 mit etwas besserem Spiel für Weiss.
cxd5 4. Nc3 Nc6 5. Nf3 Nf6 6. Bf4 Qb6 7. Na4 Qd8 8. Rc1 Ne4 9. a3 e6 10. b4
   Falls 10. e3 so 10... Qa5+ 11. b4 Nxb4 12. axb4 Qxb4+ 13. Ke2 13... Bd7 und gewinnt.
Bd6 11. Bxd6 Qxd6 12. e3
   Kostet einen Bauern. Zürst hätte Db3 geschehen müssen.
Nxb4! 13. Nc5 Nc6 14. Bd3 Nxc5 15. dxc5 Qc7 16. O-O f5 17. Nd4 O-O 18. Nb5 Qe7 19. Nd6 Ne5 20. Qb3 b6 21. Nxc8 Rfxc8 22. cxb6 axb6 23. Rxc8+ Rxc8 24. Ba6 Rc6 25. h3 Qc7 26. Qa4 Kf7 27. Bb5 Rc1 28. Rxc1 Qxc1+ 29. Kh2 Qc7 30. f4
    Dies kompromittiert vollends die Stellung, da jetzt alle weissen Bauern schwach werden.Nach
   30. g3 oder auch Kg1 hätte Schwarz jedenfalls grössere Schwierigkeiten zu überwinden.
Nc4 31. Be8+ Ke7 32. Bb5 Nd6
   32... Nxe3 scheitert an 33. Qd4 (D.Red.)
33. Bc6 g5 34. g3
   Auf 34. fxg5 folgt 34... Nb5+ 35. Kh1 Qxc6 36. Qh4 36... Kd6 usw. (D.Red.)
gxf4 35. gxf4 Nc4 36. Bb5 Nxe3 37. Qd4 Qc2+ 38. Kg3 Qg2+ 39. Kh4 Qf2+ 40. Kh5 Qf3+ 41. Kh6 Qxh3+ 42. Kg7 Qg3+ 43. Kh8 Nc4 44. Qd1 Kf8
    Aufgegeben. Anmerkungen von E. Cohn. Source: Tournament book p. 65.
0-1











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Nimzowitsch, Aron - Schlechter, Carl [C46]
San Sebastian (15) 9-Mar-1912 


1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Nc3 Bb4 4. Nd5 Be7
   Merkwürdig! Sonst pflegt man 4... Nf6 oder 4... Ba5 zu erwidern. Nach e7 konnte der Läufer in einem einzigen Zug gelangen.
5. d4 d6 6. Nxe7 Qxe7 7. d5
    Eine selten gespielte Variante, die man nicht für gut hält.
Nb8 8. Bd3 Nf6
   Verfehlt wäre 8... f5 9. exf5 9... e4 wegen 10. O-O !
9. O-O O-O 10. Bg5 h6 11. Bh4 Kh8 12. Nd2 g5 13. Bg3 Rg8 14. Nc4 Nbd7 15. Ne3 Nf8 16. c4 Ng6 17. Re1 Nf4 18. Kh1 Nxd3
    Mit dem Abtausch verzichtet Schwarz auf alle Chancen. Er konnte den Angriff mit 18... Bd7 {und Verdoppelung der Türme fortsetzen.
19. Qxd3
    Remis. Source: Tournament book p. 70.
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Perlis, Julius - Nimzowitsch, Aron [C12]
San Sebastian (16) 11-Mar-1912 


1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Nf6 4. Bg5 Bb4 5. e5 h6 6. Bd2
   Auf Grund vorliegender Partie scheinen uns die Untersuchungen über den Wert dieses Zuges erneuter Prüfung zu bedürfen.
Bxc3 7. bxc3 Ne4 8. Bd3 Nxd2 9. Qxd2 c5 10. Bb5+ Bd7 11. Bxd7+ Nxd7 12. Rb1 Rb8 13. Ne2 Qa5! 14. Nc1 O-O 15. Nb3
    Es bleibt keine andere Wahl. Auf 15. O-O würde Schwarz durch 15... cxd4 die weisse Bauernkette zerreissen.
Qxa2
    Durchaus nicht leichtsinnig gespielt, sondern sehr weit berechnet.
16. Ra1 Qb2 17. O-O cxd4 18. Nxd4 Rfc8 19. Rxa7 Nxe5 20. Ne2 Nc4 21. Qc1 Qb6 22. Qa1 Nd2! 23. Rd1 Ne4 24. Rf1 Qc5 25. Ra3 Rc7 26. g3 Rbc8 27. Kg2 e5 28. Qc1 Qb5 29. Qe3 Qb2 30. Ra5 b5 31. Qd3 Nxc3 32. Nxc3 Qxc3 33. Rxb5 Qxd3 34. cxd3 Rc5 35. Rfb1 d4 36. Rb7 R8c6 37. Re7 Rf6 38. Rb2 Kf8 39. Ra7 g5 40. g4 Rc3 41. Ra8+ Kg7 42. Rd2 Re6 43. Rd8 Rc1 44. Rd7 Re1 45. h3 Rc6 46. Ra7 Kg6 47. Rb7 Rcc1 48. Ra2 Ra1?
   Der Gewinn war hier leicht durch 48... Rh1 zu erzielen, z.B. 49. Ra6+ Kg7 50. Raa7 Rcg1+ 51. Kf3 Rxh3+ 52. Ke2 Rxg4 53. Rxf7+ 53... Kg6 und Gewinnt.
49. Rxa1 Rxa1 50. Kf3 Rh1 51. Kg2 Rd1 52. Rb3 Rc1 53. Kf3 Rc2 54. Ra3 Rd2 55. Rb3 Kg7 56. Ra3 h5 57. Rb3 h4 58. Ra3 Kf6 59. Ra6+ Ke7 60. Ra7+ Kf6 61. Ra6+ Kg7 62. Ra3 Rc2 63. Ra5
   Um dem drohenden Turmtausch auszuweichen, denn nach 63...Tc3 64.Txc3 dxc3 65.Ke2 f5! wäre das Bauernendspiel für Schwarz leicht gewonnen.
Kf6 64. Ra6+ Ke7 65. Ra7+ Ke6 66. Ra6+ Kd5 67. Ra5+
   Auf 67. Rf6 kann Weiss sich natürlich wegen 67... Rd2 nicht einlassen.
Kd6 68. Ra6+ Rc6 69. Rxc6+ Kxc6
    Trotz des Besitzes eines MehrBauern kann Schwarz bei dem günstigen Stande des weissen Königs nicht mehr als Remis erzielen. Das Bauernendspiel ist noch sehr interessant.
70. Ke4 f6 71. Kf5 Kd7
   Nach 71... Kd5 ? 72. f3 ! wäre das Endspiel noch für Weiss gewonnen.
72. f3 Ke7 73. Kg6 Ke6 74. Kh5!
   Falls 74. Kg7 so entscheidet 74... f5 nebst fxg4 zugunsten von Schwarz.
Kf7 75. Kh6 Ke6 76. Kg6 Ke7 77. Kg7 Ke6 78. Kg6
   Remis. Source: Tournament book p. 73.
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Tarrasch, Siegbert - Nimzowitsch, Aron [B12]
San Sebastian (18) 14-Mar-1912 


1. e4 c6 2. d4 d5 3. e5 Bf5 4. Bd3 Bxd3 5. Qxd3 e6 6. Nf3 Qb6
   6... c5 würde wegen des späteren Schachs auf b5 mindestens einen Bauern kosten.
7. O-O Qa6
   Schwarz ist um einige Tempi in der Entwicklung zurück. aber das Spiel ist geschlossen, und es bieten sich dem Weissen keinerlei Angriffspunkte. So ist es für Weiss nicht leicht, einen wirklichen Vorteil zu erlangen. Durch Damentausch hofft Schwarz sein Spiel noch zu erleichtern.
8. Qb3 Ne7 9. Bd2
    Ein besserer Plan ist nicht ersichtlich.
Ng6 10. Bb4 Bxb4 11. Qxb4 Qb6 12. Qa3 Na6
   Schwarz verteidigt sich ganz geschickt.
13. Nbd2 Qb4 14. Qd3
   Weiss sucht konseqünt den Damentausch zu vermeiden, da er auf Grund seiner schnelleren Entwicklung noch auf Angriff hofft. Den b-Bauern darf Schwarz natürlich nicht schlagen.
O-O 15. a3
   Um auf 15...De7 durch 16. b4 den Vorstoss des schwarzen c-Bauern zu verhindern und den Springer a6 so in ungünstiger Position zu lassen.
Qb5 16. c4!
   Ein Opfer. Nicht an Meterial, auch nicht an Zeit, sondern an Position. Weiss überlässt dem Gegner den äusserst wichtigen Punkt d5, um selbst freies Spiel im Zentrum - die Punkte c4 und e4 - sowie den Punkt d6 zu erlangen. Nun kommt Leben ins Spiel, denn jetzt ertgeben sich beiderseits Angriffspunkte.
dxc4 17. Nxc4 Rad8 18. Qc2 Rd5
   Um zu Sd6 zu verleiten, was Schlecht wäre, denn die Stellung des Springers würde durch f7-f6 sofort untergraben.
19. Ne3 Rd7 20. b4
   Um wiederum c6-c5 zu verhindern.
Nc7
   Der Springer strebt begreiflicherweise nach d5, aber diesen Moment benutzt Weiss um die feindliche Dame ins Gedränge zu bringen und enen starken Angriff auf dem Damenflügel zu erlangen.
21. a4! Qa6
   21... Qxb4 22. Rfb1 nebst Txb7 wäre natürlich für Weiss günstig.
22. Nc4
   Schon hier kam der Vorstoss des b-Bauern in Betracht; er wäre jedoch für Weiss nicht vorteilhaft.
Nd5 23. Rfb1
   Droht mit b4-b5 die Dame zu erobern.
b5 24. axb5 Qxb5 25. Nd6 Qb6 26. b5 cxb5 27. Rxb5 Qd8
   Weiss steht nun ausgezeichnet und beherscht alle offene Linien. Der isolierte a-Bauer ist schwach, und mir scheint, dass der Vorteil von entscheidener Bedeutung ist.
28. Rba5 Nh4
   Schwarz lässt sich gar nicht auf die Verteidigung des verlorenen Postens ein, sondern spielt auf Gegenangriff.
29. Nxh4
   Der erste von zwei Zügen, deren Schwäche der Zeitbedrängnis zuzuschreiben ist. Viel besser war 29. Qe4 29... Nxf3+ 30. Qxf3 Qh4 31. R1a4 ; sodann g2-g3 und endlich Wegnahme des a-Bauern, eventüll auch (bei f7-f6) Qualitätsopfer auf d5. Weiss hätte damit gute Gewinnchancen behalten.
Qxh4 30. Qe4
    Das ist ein Versehen, dass den d-Bauern kostet, den Weiss statt dessen irgendwie (z.B. mit einem Turm oder mit Dd2) decken musste.
Qxe4 31. Nxe4 Nf4 32. Rxa7 Rxd4 33. Ng5 h6 34. Nf3 Rd5 35. g3
    Als Remis abgebrochen. Es ist fraglich, ob Schwarz nach
   35. g3 Nd3 36. R7a5 Rfd8 37. h4 ausrichten kann. (D.Red.) Anmerkungen von Dr. Tarrasch in der "Schachwelt". Source: Tournament book p. 81.
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Nimzowitsch, Aron - Duras, Oldrich [C02]
San Sebastian (19) 15-Mar-1912 


1. e4 e6 2. d4 d5 3. e5 c5 4. Nf3 Qb6!
   Nicht so gut ist 4... Nc6 wegen 5. dxc5 Bxc5 6. Bd3
5. c3 Nc6 6. Bd3 cxd4 7. cxd4 Bd7 8. Be2 Nge7
    In Betracht kam 8... Nh6 Weiss konnte wegen Dxb2 den Springr nicht schlagen, aber auch nicht 9. Na3 spielen wegen 9... Bxa3.
9. Na3 Ng6 10. O-O Be7 11. Nc2 f6! 12. Bd3 O-O-O 13. b4?
   Der Bauer kann zwar wegen Tb1 nicht sofort geschlagen werden, bleibt aber gefährdet.
fxe5 14. Bxg6 hxg6 15. Nxe5 Nxe5 16. dxe5 Ba4! 17. Qd2!
    Ein versteckter Ausweg gegen die Drohung Dc7, die mit Lb2 pariert würde.
Kb8?
   Gegen den scheinbar starken Vorstoss des d-Bauern hatte Weiss ein überraschender Manöver in petto: 17... d4 18. Bb2 d3 19. Nd4 ! 19... Rxd4 (19... Bxb4 20. Qxd3 usw.) 20. Qc3+ und gewinnt. Um den nun elten Springer nicht auf das günstige Feld d4 kommen zu lassen, hätte Schwarz - wie Spielmann in den "Münchener Neuesten Nachrichten" ausführt - statt des Textzuges 17... Rh4 ! spielen müssen; es droht sowohl Turmverdoppelung auf der h-Linie als auch Bauerngewinn. Auf 18. a3 würde 18... Rdh8 19. h3 19... g5 -g4 mit entscheidenen Angriff folgen. Falls aber 17... Rh4 18. Bb2 so 18... Bxb4 mit Bauerngewinn bei vorzüglicher Stellung. Merkwürdigerweise gibt der schwache, übervorsichtige Königszug nach b8 mit einem Schlage alle Gewinnchancen aus der Hand und überlässt dem Gegner die Initiative.
18. Nd4 Rh5
   Auf 18... Bxb4 würde Weiss nach 19. Qd3 Angriffschancen auf der b-Linie erhalten.
19. Qd3 Rdh8 20. h3 g5 21. Be3 g4 22. Nf5 Bb5
   Auch 22... Qd8 hätte nicht genügt, es würde folgen: 23. Nxe7 Qxe7 24. Qd4 nebst Dxg4.
23. Qa3!
    Diesen Zug hatte Duras in Zeitbedrängnis übersehen.
Qa6 24. Qxa6 Bxa6 25. Nxe7 Bxf1 26. Rxf1 g5!
   Um dem Springer den Rückzug abzuschneiden.
27. f3! gxh3 28. g4 R5h7 29. Bxg5 Re8 30. Kh2 Kc7
   Falls 30... Rexe7 31. Bxe7 31... Rxe7 so entscheidet Weiss durch sein Bauernübergewicht auf dem Königsflügel.
31. Rc1+ Kd7 32. f4
   Einfacher war 32. Bf6
Rg7! 33. Kxh3 Rxg5 34. fxg5 Rxe7
   Schwarz hat die Figur in geistreicher Weise zurückerobert, aber das Turmendspiel ist für ihn bei starken FreiBauer des Weissen auf die Daür ncht zu halten.
35. g6 Rg7 36. g5 Rxg6 37. Kg4 Rg8 38. Rc3
   Besser 38. Kh5
Rd8! 39. b5 d4 40. Rh3 Kc7 41. g6 d3 42. Rh1 Kd7 43. Rh7+ Kc8 44. Rh1 Kd7 45. Kg5 d2 46. g7
   Aufgegeben. Es könnte folgen: 46. g7 46... Ke7 47. Kg6 d1=Q 48. Rxd1 Rxd1 49. g8=Q Rg1+ 50. Kh7 Rh1+ 51. Kg7 Rg1+ 52. Kh8 Rh1+ 53. Qh7+ Rxh7+ 54. Kxh7 Kf7 55. Kh6 und gewinnt das Bauernendspiel. Eine äusserst lebhafte und interessante Partie! Source: Tournament book p. 85.
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Teichmann, Richard - Nimzowitsch, Aron [B12]
San Sebastian (20) 16-Mar-1912


1. e4 c6 2. d4 d5 3. e5 Bf5 4. Bd3 Bxd3 5. Qxd3 e6 6. Nf3 Qb6 7. O-O Qb5 8. Qb3 Qxb3 9. axb3 Ne7 10. b4
   Remis. Source: Tournament book p. 91. 
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Nimzowitsch, Aron - Leonhardt, Paul [C02]
San Sebastian (21) 18-Mar-1912 


1. e4 e6 2. d4 d5 3. e5
   Die Theorie erklärt von jeher diese Behandlungsweise der Eröffnung für minderwertig. Niemzowitsch steht auf dem entgegengesetzten Standpunkt und hat ihn, in diesem Turnier wenigstens erfolgreich vertreten.
c5 4. Nf3 Qb6
   Der theoretische Zug, den Niemzowitsch aber für verfehlt hält. Er empfiehlt atatt dessen 4... Nc6 und seine Ansicht hat viel für sich. Dr.Tarrasch hält 4... cxd4 für das beste, worauf Weiss mit 5. Bd3 den Bauern hätte aufgeben müssen, oder nach 4... cxd4 5. Nxd4 5... Nc6 ! durch Abtausch auf c6 das schwarze Zentrum verstärkt hätte.
5. Bd3 cxd4 6. O-O Nc6 7. a3 Nge7
   Besser ist 7... a5
8. b4 Ng6 9. Re1 Be7 10. Bb2 a5
    Schwarz täte besser, die mehr passive Spielweise 10... a6 zu wählen.
11. b5 a4 12. Nbd2 Na7
    Es drohte 13.bxc6 und auf 13...Dxb2 14.Tb1 nebst 15.cxb7.
13. Bxd4 Bc5 14. Bxc5! Qxc5 15. c4 dxc4?
    Ein Fehler: Schwarz müsste statt dessen rochieren.
16. Ne4!
   Nun kommt Weis s in entscheidenden Vorteil, und die schwarze Stellung bricht rasch zusammen.
Qd5 17. Nd6+ Ke7 18. Nxc4 Qc5
   Um Sb6 zu hindern.
19. Bxg6 hxg6
    Oder 19... Qxc4 20. Qd6+ Ke8 21. Rad1 fxg6 22. Qd8+ Kf7 23. Ng5#
20. Qd6+!
   Der einfachtste Weg zum Gewinn.
Qxd6 21. exd6+
    Schwarz gibt auf, denne auf 21. exd6+ 21... Ke8 folgt 22. Nb6 Rb8 23. Ne5 und die Drohung d6-d7 ist nicht mehr zu parieren. Source: Tournament book p.94.
1-0











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Rubinstein, Akiba - Nimzowitsch, Aron [A55]
San Sebastian (22) 19-Mar-1912 


1. d4 Nf6
    So geht es auch, wenn man Geduld hat und nachher sehr gut spielt. Aber
   1... d5 hätte zu weniger verpflichtet.
2. c4 d6 3. Nf3 Nbd7 4. Nc3 e5 5. e4 Be7 6. Be2 O-O 7. O-O Re8 8. Qc2 Bf8 9. b3 c6
   Hier hätte Schwarz dem Gegner nachahmen und auch den Läufer fianchettieren sollen, g7-g7, Lf8-g7, dann e5xd4 nebst Sd7-e5 war gesundere Strategie.
10. Bb2 Nh5
   Schwarz wird schon ungeduldig. Er hält seinen Entwicklungsplan für verfehlt und beschliesst einen Angriff, der Bluff ist.
11. g3 Nb8 12. Rad1 Qf6 13. Nb1 Bh3 14. Rfe1 Nf4
    Das sieht sehr schön aus, doch Rubinstein ist der Lage ganz und gar gewachsen.
15. dxe5
   Mit sicherem Blicke ersaäht er die Schwäche.
dxe5 16. Nxe5!
   und mit diesem Gegenangriff werden die Gegner zurückgeworfen.
Rxe5 17. Bf1!
   Diese ruhige Anwachsenlassen aller Spannungen ist charakteristisch für den Meister. Mit der einfachen Fortsetzung 17. Bxe5 17... Nxe2+ 18. Qxe2 Qxe5 19. Rd8 ! wäre Weiss auch in entscheidenden Vorteil gelangt. Die Verf.
Nd7 18. Qd2
   Die Spitze der Kombination! Jetzt müssen die schwarzen trotz ihrer übermacht aus den nicht mehr haltbaren Stellungen weichen, und das geht nicht ohne blutige Köpfe ab. Besser war nach Dr.Tarrasch: 18. Bxh3 18... Nxh3+ 19. Kg2 und drei Figuren sind angegriffen. Der Textzug sollte schliesslich nur zum Gewinn eines Bauern führen.
Bxf1 19. Rxf1! Nh3+ 20. Kg2 Ng5
   Droht Matt in zwei Zügen.
21. f4
    Um auf Sg5xe4 mit Dd2xd7 zu antworten.
Qg6 22. fxg5 Rxe4
   Bei 22... Qxe4+ käme 23. Rf3 Rf5 24. Qd3 22... Qxe4+ 23. Kh3 ! 23... Re7 24. Rde1 und gewinnt. Die Verf. Bei 22... Re7 23. Ba3 Qxe4+ 24. Kg1 c5 25. Rfe1 25... Qd4+ und Weiss würde das sich dann ergebende Endspiel gewinnen. Weiss steht eben um ein wenig besser, wie Schwarz auch spiele. Um dem dräünden langsamen Untergange zu entgehen, beschliesst Schwarz einen verzweifelten Angriff.
23. Qxd7 Re2+ 24. Rf2 Qe4+ 25. Kg1 Bc5??
    Es kam nur noch 25... Re1+ 26. Rxe1 Qxe1+ 27. Kg2 Qe4+ 28. Kh3 in Betracht. Dieser Anmerkung des Weltmesisters Lasker können wir nicht zustimmen. Schwarz konnte wohl auch 25... Rxf2 spielen. Nach 26. Kxf2 26... Qc2+ ! 27. Qd2 Bc5+ 28. Kg2 ! 28... Qe4+ 29. Kh3 29... Qf5+ dürfte sich ein Remis ergeben, da 30. Kh4 doch zu riskant erscheint.
26. Bd4??
   Hier erkennt man, in welcher Aufregung (und Zeitnot. Die Verf.) die beiden sich befunden haben. Sie übersehen 26. Qxf7+ 26... Kh8 27. Qxg7#
Bxd4 27. Qxd4 Re1+ 28. Rf1 Rxf1+ 29. Kxf1 Qh1+ 30. Kf2 Qxh2+ 31. Kf3 f6
   Sehr schlau! Schwarz will auf 32.gxf6 mit 32...Tf8 antworten.
32. Qd2! Qh3 33. Qd7 f5
    Die beiden Paraden von Weiss waren glänzend. Was nun kommt, ist Routine.
34. Nc3 Qh5+ 35. Kg2 Qxg5 36. Qe6+ Kh8 37. Ne2
   f5-f4 zu hindern.
Qh5 38. Rd7 Re8 39. Nf4 Rxe6 40. Nxh5
   und nach einigen belanglosen Zügen gab Schwarz auf. Anmerkungen von Em. Lasker im B.Z am mittag. Source: Tournament book p. 97.
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